Wer sich in Berlin engagiert, übernimmt Verantwortung – ob im Sportverein, in der Nachbarschaft oder in der Jugendarbeit. Viele Organisationen brauchen für bestimmte Aufgaben ein erweitertes Führungszeugnis, zum Beispiel wenn du mit Kindern, Jugendlichen oder schutzbedürftigen Personen arbeitest. Die gute Nachricht: Wenn du das ehrenamtlich machst, bekommst du dein Führungszeugnis kostenlos.
Was ist das überhaupt?
Das Führungszeugnis ist ein offizielles Dokument, das zeigt, ob jemand vorbestraft ist. Das erweiterte Führungszeugnis enthält mehr Informationen – vor allem zum Schutz von Minderjährigen oder besonders vulnerablen Gruppen. Viele Träger dürfen nur dann Engagierte einsetzen, wenn dieses Dokument vorliegt. Normalerweise kostet das 13 Euro, aber für Ehrenamtliche entfällt die Gebühr.
Wer hat Anspruch auf die Gebührenbefreiung?
Laut Justizverwaltungskostengesetz (JVKostG) ist das Führungszeugnis gebührenfrei, wenn du dich ehrenamtlich engagierst – also ohne Bezahlung und im Auftrag einer gemeinnützigen Organisation, einer Behörde oder im Rahmen eines freiwilligen Dienstes. Dazu zählen zum Beispiel das Freiwillige Soziale Jahr, das Freiwillige Ökologische Jahr, der Bundesfreiwilligendienst oder Programme wie „weltwärts“. Auch wer sich einfach im Verein, in der Schule, in einem Kiezprojekt oder einer Nachbarschaftsinitiative engagiert, kann das Führungszeugnis in der Regel kostenfrei beantragen.
Download
Wie geht das?
Ganz einfach: Du brauchst eine kurze Bescheinigung von deiner Organisation. Darin sollte stehen, dass du dort ehrenamtlich tätig bist und für diese Aufgabe ein erweitertes Führungszeugnis brauchst.
Du kannst das Führungszeugnis auf drei Wegen beantragen:
1. Persönlich im Bürgeramt
In Berlin kannst du das Führungszeugnis in jedem Bürgeramt beantragen. Dafür brauchst du keinen Termin. Du kannst einfach zu den Öffnungszeiten vorsprechen. Die Beantragung ohne Termin ist in allen Berliner Bürgerämtern möglich; einzelne Standorte bieten zusätzlich weiterhin Termine an.
2. Online
Du kannst das Führungszeugnis auch online über das Service-Center-Führungszeugnis des Bundesamts für Justiz beantragen. Dafür brauchst du einen Personalausweis oder elektronischen Aufenthaltstitel mit freigeschalteter Online-Ausweisfunktion , deine 6-stellige PIN sowie ein geeignetes Smartphone oder Kartenlesegerät.
3. Schriftlich per Post
Du kannst das Führungszeugnis auch schriftlich bei deinem zuständigen Bürgeramt beantragen. Dafür brauchst du einen formlosen, unterschriebenen Antrag, eine Kopie deines Personalausweises oder Reisepasses sowie die Bescheinigung deines Vereins oder deiner Organisation über die Gemeinnützigkeit und die Notwendigkeit des Führungszeugnisses.
Beachte: Je nach Bürgeramt können für die schriftliche Antragstellung weitere Vorgaben gelten. Informiere dich deshalb vorab beim zuständigen Bürgeramt.
Welche Bescheinigung brauchst du?
Damit du das Führungszeugnis kostenlos bekommst, musst du nachweisen, dass du es für dein ehrenamtliches Engagement bei einer gemeinnützigen Organisation benötigst.
Die Bescheinigung stellt dir dein Verein oder deine Organisation aus. Daraus sollte hervorgehen,
- dass der Verein bzw. die Organisation gemeinnützig ist und
- dass du das Führungszeugnis für deine ehrenamtliche Tätigkeit benötigst .
Die Bescheinigung legst du bei der Beantragung des Führungszeugnisses vor – persönlich beim Bürgeramt, online oder bei einer schriftlichen Beantragung.
Gut zu wissen: Das Bundesamt für Justiz stellt einen Vordruck für die Gebührenbefreiung zur Verfügung. Du kannst ihn als Vorlage für die Bescheinigung deines Vereins oder deiner Organisation nutzen.
Wie lange dauert’s?
In der Regel bekommst du das Führungszeugnis innerhalb von ein bis drei Wochen per Post. Es gilt ab Ausstellung drei Monate lang als aktuell – viele Träger verlangen danach eine neue Vorlage, besonders wenn du in einer anderen Einrichtung startest.
Warum das wichtig ist
Viele Engagierte wissen gar nicht, dass sie das Führungszeugnis kostenlos beantragen können. Dabei ist das eine einfache Möglichkeit, Barrieren abzubauen und den Einstieg ins Ehrenamt leichter zu machen. Organisationen sollten ihre Freiwilligen aktiv darauf hinweisen – das zeigt Wertschätzung und macht Engagement zugänglicher.